GEO & KI-Suche
GEO: Wie dein Unternehmen in ChatGPT, Gemini & Co. vorkommt

GEO, kurz für Generative Engine Optimization, heißt: Du bereitest deine Website so auf, dass KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity und die KI-Übersichten von Google dein Unternehmen in ihren Antworten nennen und verlinken. Manche sagen dazu auch „geo seo“. Das ist kein Ersatz für klassisches SEO, sondern baut darauf auf. Für die KI-Übersichten von Google gilt sogar: Wer dort als Quelle erscheinen will, braucht dieselben Grundlagen wie in der normalen Google-Suche. Neu ist vor allem, dass am Ende kein Link unter zehn anderen steht, sondern ein Satz, in dem dein Name vorkommt oder eben nicht.
In diesem Ratgeber erfährst du, woher der Begriff kommt, was Google und OpenAI offiziell dazu sagen, was eine Studie zu GEO herausgefunden hat und welche sieben Schritte du heute schon gehen kannst.
Was ist GEO?
Den Begriff „Generative Engine Optimization“ hat ein Forschungsteam um Pranjal Aggarwal geprägt. Die Studie „GEO: Generative Engine Optimization“ erschien zuerst im November 2023 und wurde 2024 auf der Fachkonferenz KDD in Barcelona vorgestellt. Die Fachleute nennen Suchsysteme, die mit Sprachmodellen Antworten schreiben, „generative engines“. Solche Systeme holen sich passende Quellen und fassen sie zu einer Antwort zusammen. Für Website-Betreiber ist das eine neue Lage: Sie haben kaum Einfluss darauf, wann und wie ihre Inhalte in diesen Antworten auftauchen. GEO soll genau hier helfen.
Im Alltag hört man dafür viele Namen: GEO, „geo seo“, KI-SEO, LLM-SEO oder Answer Engine Optimization. Gemeint ist fast immer dasselbe: sichtbar werden, wenn nicht mehr eine Trefferliste antwortet, sondern eine KI.
Wie KI-Antworten entstehen
Jeder Anbieter arbeitet anders, und die genauen Verfahren legt keiner vollständig offen. Ein paar Dinge sind aber offiziell beschrieben.
Google: Laut Googles Seite „AI features and your website“ (Stand Dezember 2025) zeigen die KI-Übersichten (AI Overviews) und der AI Mode Links zu Websites, die die Antwort stützen. Beide können eine Technik namens „query fan-out“ nutzen: Sie stellen im Hintergrund mehrere verwandte Suchanfragen zu Unterthemen und finden so weitere passende Seiten. AI Overviews erscheinen laut Google nur, wenn sie gegenüber der normalen Suche einen Mehrwert bringen, und deshalb oft gar nicht.
ChatGPT: OpenAI beschreibt in seiner Übersicht der Crawler, dass der Crawler OAI-SearchBot Websites für die Suchfunktion von ChatGPT erfasst. Seiten, die OAI-SearchBot ausschließen, werden in den Suchantworten von ChatGPT nicht gezeigt, höchstens noch als einfacher Link, über den man zur Website findet (Navigationslink).
Perplexity: Perplexity erklärt in seiner Crawler-Dokumentation, dass PerplexityBot Websites für die Suchergebnisse von Perplexity erfasst und verlinkt.
Die GEO-Studie hat für ihre Versuche ein vereinfachtes Modell solcher Systeme gebaut: Es holt passende Quellen und lässt ein Sprachmodell daraus eine Antwort mit Quellenangaben schreiben. Ihre Ergebnisse hat sie zusätzlich auf Perplexity überprüft.
GEO und SEO: Was gleich bleibt, was neu ist
Die wichtigste Nachricht kommt von Google selbst: Für AI Overviews und AI Mode gelten laut Google keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen. Die bekannten SEO-Grundlagen bleiben gültig. Eine Seite muss im Index sein und mit einem Textausschnitt (Snippet) angezeigt werden dürfen, dann kann sie als Quelle erscheinen. Neue maschinenlesbare Dateien, eigene „KI-Textdateien“ oder spezielles Schema-Markup (zusätzliche Code-Angaben, die Suchmaschinen Fakten wie Adresse oder Öffnungszeiten maschinenlesbar mitteilen) braucht es dafür nicht. Eine Garantie, dass Google eine Seite aufnimmt, gibt es trotzdem nie.
Was die GEO-Studie zeigt, ist trotzdem interessant. Das Forschungsteam hat neun Arten getestet, einen Text zu überarbeiten, und gemessen, wie sichtbar die Quelle danach in den KI-Antworten war. Die Ergebnisse gelten für ihren eigenen Testaufbau mit einer Sammlung vieler Suchanfragen. Sie sind kein Versprechen für jede Website:
- Quellen nennen, Zitate einbauen, Zahlen ergänzen: Diese drei Methoden schnitten am besten ab. Sie brachten in der Studie 30 bis 40 Prozent mehr Sichtbarkeit nach einer Messgröße, die zählt, wie viel und wie weit oben eine Quelle in der Antwort vorkommt.
- Verständlicher und flüssiger schreiben: Auch das half deutlich, mit 15 bis 30 Prozent.
- Keyword Stuffing, also das Vollstopfen mit Suchbegriffen, brachte dagegen wenig bis nichts.
- Weiter hinten in der normalen Suche: Seiten, die bei klassischen Suchmaschinen weiter hinten standen, profitierten in den Versuchen stärker von GEO als Seiten ganz vorne.
Für dich heißt das: Gute, belegte und klar geschriebene Inhalte sind die Grundlage, für Google wie für KI-Antworten. Keyword Stuffing hilft laut Studie in KI-Antworten kaum.
Sieben Schritte für GEO-SEO
Die folgenden Schritte stützen sich auf die offiziellen Hinweise von Google, OpenAI und Perplexity und auf die GEO-Studie. Wo ein Schritt eine Empfehlung ist und kein belegter Effekt, steht das dabei.
1. Lass die richtigen Crawler auf deine Website
Damit KI-Suchen deine Seiten als Quelle nutzen und verlinken können, müssen ihre Crawler sie lesen dürfen. Schau in deine robots.txt, also die Datei, die festlegt, welche Programme deine Website besuchen dürfen.
- Googlebot: Deine robots.txt-Regeln für Googlebot steuern, was Google für die Suche crawlt, also auch für AI Overviews und AI Mode. Was Google aus deinen Seiten zeigt, begrenzt du mit eigenen Angaben wie
nosnippetodernoindex. - OAI-SearchBot: OpenAI empfiehlt, ihn zu erlauben, damit deine Seite in den Suchergebnissen von ChatGPT auftauchen kann.
- PerplexityBot: Perplexity empfiehlt, ihn zu erlauben, damit du in den Ergebnissen von Perplexity erscheinen kannst.
Davon getrennt sind die Crawler für das Training von KI-Modellen. Wenn du GPTBot sperrst, zeigst du OpenAI, dass deine Inhalte nicht für das Training verwendet werden sollen. Das ist laut OpenAI unabhängig von OAI-SearchBot. Bei Google gibt es das Kennzeichen Google-Extended. Laut Googles Crawler-Übersicht steuert es, ob deine Inhalte für das Training der Gemini-Modelle und für das sogenannte Grounding genutzt werden, also das Nachschlagen von Inhalten, während Gemini eine Antwort schreibt. Auf die Google-Suche hat es keinen Einfluss. Wenn du Google-Extended sperrst, kann das also beeinflussen, ob Gemini deine Inhalte nutzt.
Ein Tipp, falls deine Website über Cloudflare läuft: Cloudflare hat am 1. Juli 2025 angekündigt, KI-Crawler standardmäßig zu blockieren, wenn sie nicht für die Inhalte bezahlen. Prüf in deinem Cloudflare-Konto, welche KI-Crawler gesperrt sind. Google weist darauf hin, dass das Crawlen nicht nur in der robots.txt, sondern auch beim Hoster oder Netzwerkdienst (CDN) erlaubt sein muss.
2. Sorg dafür, dass Google deine Seiten aufnimmt
Für die KI-Übersichten und den AI Mode muss eine Seite im Index sein und mit Textausschnitt angezeigt werden dürfen. Bestätige deine Website in der Google Search Console. Dort siehst du, welche Seiten aufgenommen sind, und kannst technische Probleme früh erkennen. Das empfiehlt Google ausdrücklich.
3. Stell das Wichtige als Text auf die Seite
Google nennt es selbst als Grundlage: Wichtige Inhalte sollen als Text auf der Seite stehen, nicht nur in Bildern, Videos oder Grafiken. Das gilt besonders für das, was dich ausmacht. Was bietest du an, für wen, wo, zu welchen Bedingungen? Wenn ein Programm das nicht im Text findet, kann es dich auch nicht damit nennen.
Was das für dein Business konkret heißt, hängt vom Typ ab. Ein Beispiel ist die Seite SEO & GEO für Local Business für Betriebe mit fester Adresse.
4. Beantworte die Fragen deiner Kunden direkt
Sammle die Fragen, die Kunden dir im Gespräch oder per E-Mail stellen, und beantworte sie auf deiner Website. Dabei hilft die Antwort zuerst und die Erklärung danach. Das ist eine Empfehlung von uns, kein in der Studie gemessener Effekt. Wir vermuten, dass eine klare Antwort es auch einer KI leichter macht, die passende Stelle zu finden. Belegt ist das nicht.
5. Belege deine Aussagen mit Zahlen, Zitaten und Quellen
Das ist der Schritt mit dem stärksten Beleg aus der GEO-Studie. Quellen nennen, Zitate einbauen und Zahlen ergänzen brachten dort die größten Zuwächse. Für dich heißt das: Schreib statt „viele zufriedene Kunden“ lieber, was sich wirklich zählen lässt, und verlinke, woher eine Zahl kommt. Erfinde aber nie Zahlen oder Zitate. Eine falsche Angabe schadet mehr, als sie nützt.
6. Schreib klar und verständlich
Auch einfache, flüssige Sprache hat in der Studie die Sichtbarkeit erhöht. Kurze Sätze, klare Begriffe, ein Gedanke pro Absatz: Das hilft Menschen beim Lesen, und in der Studie half es auch der Sichtbarkeit in den KI-Antworten.
7. Halte deine Angaben überall gleich und aktuell
Google empfiehlt, dass strukturierte Daten (die oben genannten Code-Angaben) zum sichtbaren Text passen und dass die Angaben im Google-Unternehmensprofil und im Merchant Center (Googles Verwaltung für Produktdaten von Online-Shops) aktuell sind. Name, Adresse, Öffnungszeiten, Leistungen und Preise sollten auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen gleich lauten. Dass KI-Assistenten Unternehmen mit einheitlichen Angaben bevorzugen, ist plausibel, aber nicht offiziell belegt.
In ChatGPT und Co. genannt werden
Viele möchten wissen, wie sie direkt in ChatGPT oder in KI-Antworten genannt oder zitiert werden. Offiziell gesichert ist bisher vor allem die technische Grundlage. OpenAI empfiehlt, OAI-SearchBot zu erlauben, damit deine Seite in den Suchantworten von ChatGPT auftauchen kann. Alles Weitere, etwa wie oft eine Marke in KI-Antworten vorkommt und warum, legen die Anbieter nicht offen. Dazu bereiten wir einen eigenen Ratgeber für die SERP City Library vor.
Woran du merkst, ob es wirkt
GEO lässt sich noch nicht so genau messen wie klassisches SEO. Ein paar Anhaltspunkte gibt es aber:
- Search Console: Besuche über AI Overviews und AI Mode werden im Leistungsbericht der Search Console mitgezählt, beim Suchtyp „Web“. Ein eigener Bericht nur für KI-Antworten ist dort nicht beschrieben.
- Qualität der Besuche: Google schreibt, dass Klicks aus Ergebnisseiten mit AI Overviews hochwertiger seien; die Leute blieben eher länger auf der Website. Das ist Googles eigene Aussage. Ob es für deine Seite stimmt, siehst du in deiner Statistik, etwa in Google Analytics.
- Selbst nachfragen: Stell ChatGPT, Gemini oder Perplexity die Fragen, die deine Kunden stellen würden, und schau, ob und wie du vorkommst. Das ist kein Messwert, sondern eine Stichprobe. Die Antworten können sich von Mal zu Mal ändern.
Was GEO nicht ist
GEO ist kein Trick und keine Garantie. Kein Anbieter verspricht, eine bestimmte Website zu nennen. Für Googles KI-Funktionen brauchst du weder eine eigene KI-Datei noch spezielles Markup. Und GEO ersetzt die Arbeit an guten Inhalten nicht: Die Methoden, die in der Studie am besten abschnitten, machen Inhalte vor allem glaubwürdiger und klarer.
Dein nächster Schritt
Du willst wissen, wo dein Business bei Google und in KI-Antworten steht? Mach den SEO-Check von SERP TOWN. Wenn du magst, schickst du uns danach eine Anfrage: Wir sehen uns deine Website an und schicken dir einen kurzen Einblick mit ein paar Tipps.