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llms.txt: Was die Datei kann und ob du sie brauchst

Redaktion SERP TOWN · 27. Oktober 2026 · 11 Min. Lesezeit

Illustration: Am Rand einer bunten Cartoon-Stadt steht ein roter Funkturm, davor ein kleines Schild mit einer aufgeschlagenen Textliste, von der gelbe Pfeile zu den Häusern der Stadt zeigen.

Eine llms.txt ist eine kleine Textdatei auf deiner Website, die KI-Programmen in wenigen Zeilen sagt, worum es auf der Seite geht und wo die wichtigsten Inhalte stehen. Die Datei liegt im Hauptverzeichnis, also etwa unter deinedomain.at/llms.txt, oder in einem Unterordner und ist in einfachem Markdown geschrieben. Die Idee stammt aus einem Vorschlag von Jeremy Howard, und Googles Prüfwerkzeug Lighthouse nennt die Datei derzeit freiwillig. Google sagt für seine KI-Übersichten ausdrücklich, dass du dafür keine eigenen KI-Textdateien brauchst. Und OpenAI, Anthropic und Perplexity schreiben auf ihren Crawler-Seiten nicht, dass sie die llms.txt fremder Websites lesen. Aus unserer Sicht ist die Datei deshalb ein freiwilliges Extra, das wenig Arbeit macht, aber nichts verspricht.

In diesem Ratgeber erfährst du, wer die llms.txt vorgeschlagen hat, was hineingehört, was die Anbieter offiziell dazu sagen, ob sich die Datei für dein Business lohnt und wie du sie anlegst. Wo wir etwas empfehlen, das so nicht in den Originalquellen steht, sagen wir das dazu.

Was ist llms.txt und wer hat sie vorgeschlagen?

Die llms.txt geht auf Jeremy Howard zurück. Er hat den Vorschlag „The /llms.txt file“ am 3. September 2024 veröffentlicht. Im August 2026 kam eine zweite Fassung dazu, die er auf der Seite „Changes“ erklärt. Laut Howard ist der Vorschlag offen für Beiträge aus der Community, und auf GitHub wird öffentlich darüber diskutiert.

Der Gedanke dahinter ist einfach. KI-Programme lesen heute ständig Websites, etwa ein Chat-Assistent, der für eine Antwort Seiten aufruft. Webseiten sind aber für Menschen gebaut. Navigation, Werbung und Skripte machen es laut Howard schwer, daraus sauberen Text zu gewinnen. Außerdem passt eine ganze Website meist nicht auf einmal in das, was ein Sprachmodell gleichzeitig verarbeiten kann. Die llms.txt soll deshalb einen kurzen, gut lesbaren Einstieg bieten: ein paar Sätze zur Website und Links zu den Seiten, die wirklich zählen.

Wichtig ist, wofür die Datei laut Vorschlag vor allem genutzt wird. Howard schreibt, dass llms.txt-Dateien am meisten für Software-Dokumentation verwendet werden. Dort folgen Programmier-Assistenten den Links, um Anleitungen und technische Referenzen zu finden. Dieselbe Struktur passe aber überall, wo KI-Programme einen Weg in die Inhalte einer Website brauchen, ausdrücklich auch für ein Unternehmen, das seinen Aufbau und seine Regeln beschreibt. Dass „Tausende“ Websites eine llms.txt haben, schreibt Howard selbst. Eine unabhängige Zählung dazu haben wir nicht gefunden.

Was in eine llms.txt gehört und in welchem Format

Die Datei heißt immer llms.txt und ist in Markdown geschrieben, einer einfachen Schreibweise für Text mit Überschriften, Listen und Links. Laut Vorschlag liegt sie im Hauptverzeichnis der Website unter /llms.txt oder in einem Unterordner, etwa /docs/llms.txt. Eine Datei gilt dann für alle Seiten unter ihrem Pfad.

Der Vorschlag legt eine feste Reihenfolge fest:

  1. Ein Titel als Hauptüberschrift mit dem Namen der Website oder des Projekts. Das ist der einzige Teil, der Pflicht ist.
  2. Eine kurze Zusammenfassung als Zitatblock, also eine Zeile, die mit einem Größer-Zeichen beginnt. Darin steht das Wichtigste, um den Rest der Datei zu verstehen.
  3. Weitere Erklärungen in normalen Absätzen oder Listen, aber ohne Überschriften. Hier kann stehen, wie die verlinkten Inhalte zu verstehen sind.
  4. Linklisten unter Zwischenüberschriften. Jeder Eintrag ist ein Link mit Namen und Adresse, danach optional ein Doppelpunkt und eine kurze Notiz, was auf der Seite steht.

Ein Abschnitt mit der Überschrift „Optional“ ist laut Vorschlag üblich für Links, die ein KI-Programm weglassen kann, wenn es wenig Platz hat.

Für ein Unternehmen könnte das so aussehen, hier als frei erfundenes Beispiel ohne echte Angaben: Als Titel steht der Firmenname. Darunter eine Zeile wie „Tischlerei in Graz, baut Möbel nach Maß für Privatkunden“. Dann eine Liste „Leistungen“ mit Links zu den Seiten über Küchen, Schränke und den Ablauf eines Auftrags, jeweils mit einer kurzen Notiz. Dann eine Liste „Kontakt“ mit dem Link zur Kontaktseite. Und ganz unten unter „Optional“ ein Link zur Seite „Über uns“.

Der Vorschlag geht noch einen Schritt weiter: Seiten mit wichtigen Informationen sollen zusätzlich eine saubere Markdown-Fassung unter derselben Adresse mit der Endung .md haben. Das ist ein zweiter, eigener Vorschlag neben der llms.txt.

Für die Texte gibt Howard ein paar Leitlinien: kurze, klare Sprache, zu jedem Link eine knappe Beschreibung und keine unklaren Begriffe oder unerklärter Fachjargon. Testen soll man die Datei, indem man einem KI-Programm nur die llms.txt gibt und ihm Fragen zu den eigenen Inhalten stellt.

llms.txt und robots.txt sind nicht dasselbe

Die robots.txt kennst du vielleicht schon. Diese Datei legt fest, welche Programme deine Website besuchen dürfen. Laut Vorschlag haben die beiden Dateien verschiedene Aufgaben: Die robots.txt sagt automatischen Programmen, welcher Zugriff erwünscht ist. Die llms.txt wird bei Bedarf gelesen, wenn ein KI-Programm gerade für jemanden nach Informationen sucht. Howard erwartete, dass die Datei vor allem in diesem Moment des Nachschlagens nützt und weniger beim Training von KI-Modellen.

Auch eine Sitemap, also die Liste aller Seiten für Suchmaschinen, ersetzt die llms.txt laut Vorschlag nicht. Die llms.txt ist eine kurze, ausgewählte Übersicht.

Das heißt aus unserer Sicht auch: Mit einer llms.txt sperrst du nichts. Wer KI-Crawler zulassen oder ausschließen will, macht das weiterhin in der robots.txt. Eine Ausnahme sind Abrufe, die ein Mensch selbst auslöst, etwa mit einer Frage im Chat: Laut OpenAI und Perplexity gelten die robots.txt-Regeln dafür nicht unbedingt. Wie das geht, steht in unserem Ratgeber zu GEO und KI-Suche.

Wer liest llms.txt? Was die Anbieter offiziell sagen

Im Netz kursieren dazu viele Behauptungen. Wir haben uns nur die eigenen Seiten der Anbieter angesehen, und zwar dort, wo sie erklären, wie ihre Programme Websites besuchen.

Auffällig ist etwas anderes: Alle drei Anbieter haben für ihre eigene Entwickler-Dokumentation eine llms.txt. Die OpenAI-Seite verweist gleich oben auf ihre llms.txt als vollständiges Verzeichnis der Dokumentation, die Perplexity-Seite ebenfalls, ausdrücklich „For AI agents“. Auch Anthropic (platform.claude.com/llms.txt) und Google für die Gemini-Schnittstelle (ai.google.dev/gemini-api/docs/llms.txt) stellen für ihre Entwickler-Dokumentation eine solche Datei bereit. Das zeigt, dass die Anbieter das Format für ihre eigenen Seiten nutzen. Es heißt aber nicht, dass ChatGPT, Claude oder Perplexity die llms.txt deiner Website auswerten, wenn sie eine Antwort schreiben. Dazu gibt es in den offiziellen Unterlagen keine Aussage.

Ein Werkzeug von Google prüft die Datei trotzdem: Lighthouse, ein Prüfwerkzeug für Websites, dessen Hilfe auf Googles Seite „Chrome for Developers“ steht. In der Hilfe zu den Prüfungen für KI-Agenten (Stand Mai 2026), also für KI-Programme, die selbstständig Websites aufrufen und Aufgaben erledigen, nennt es die llms.txt eine „emerging convention“, also eine Gepflogenheit, die gerade entsteht. Ohne die Datei würden KI-Agenten möglicherweise länger brauchen, um den Aufbau einer Website zu verstehen. Fehlt die Datei, wertet Lighthouse die Prüfung als „Not Applicable“, also nicht anwendbar, weil sie derzeit freiwillig ist. Meldet der Server beim Abruf einen Fehler, gilt die Prüfung als nicht bestanden. Das ist eine Aussage über Lighthouse, nicht über die Google-Suche.

Was Google zu llms.txt sagt

Für die Google-Suche ist die Lage klar. Auf der Seite „AI features and your website“ (Stand Dezember 2025) schreibt Google zu den KI-Übersichten (AI Overviews) und zum AI Mode: Du musst keine neuen maschinenlesbaren Dateien, keine KI-Textdateien und kein zusätzliches Markup anlegen, um dort zu erscheinen. Für diese Funktionen gelten laut Google keine zusätzlichen Anforderungen. Die bekannten SEO-Grundlagen bleiben gültig.

Den Namen llms.txt nennt Google auf dieser Seite nicht. Google spricht allgemein von KI-Textdateien. Wir lesen das so, dass damit auch die llms.txt gemeint ist. Die Aussage gilt nur für die KI-Funktionen der Google-Suche. Was Google stattdessen empfiehlt, sind die Grundlagen: Die Seite muss im Index sein und mit einem Textausschnitt angezeigt werden dürfen, wichtige Inhalte sollen als Text auf der Seite stehen, und Angaben wie im Google-Unternehmensprofil sollen aktuell sein. Wie du dein Profil anlegst und pflegst, erklärt unser Ratgeber zum Google-Unternehmensprofil.

Braucht dein Business eine llms.txt?

Eine offizielle Antwort darauf gibt es nicht. Was belegt ist: Laut Google braucht es für die KI-Übersichten keine KI-Textdateien, und OpenAI, Anthropic und Perplexity sagen auf ihren Crawler-Seiten nicht, dass sie fremde llms.txt-Dateien lesen. Belegt ist auch, dass die Datei laut ihrem Erfinder bisher vor allem bei Software-Dokumentation genutzt wird.

Unsere Empfehlung (so steht es nicht in den Quellen): Mach zuerst die Grundlagen. Lass die Crawler der KI-Suchen in der robots.txt zu, stell das Wichtige als Text auf deine Seiten und halte deine Angaben aktuell. Das bringt aus unserer Sicht mehr als jede Zusatzdatei. Eine llms.txt kannst du danach anlegen, wenn du die Zeit hast. Der Aufwand ist klein, und laut Lighthouse brauchen KI-Agenten ohne die Datei möglicherweise länger, um eine Website zu verstehen. Eine Wirkung auf Sichtbarkeit in KI-Antworten ist aber nirgends belegt.

Aus unserer Sicht lohnt sie sich eher, je mehr Inhalte du hast, die ein KI-Programm gezielt finden soll:

Übrigens: Auch serptown.com hat derzeit keine llms.txt. Bei unserer eigenen Prüfung am 27. Oktober 2026 antwortete serptown.com/llms.txt mit dem Fehler 404, also „nicht gefunden“.

So erstellst du eine llms.txt

Die Schritte folgen dem Aufbau aus dem Vorschlag.

1. Wähle die wichtigsten Seiten aus

Schreib auf, welche Seiten ein KI-Programm kennen sollte, um dein Business richtig zu beschreiben: Leistungen oder Produkte, Ablauf, Kontakt, häufige Fragen. Unsere Empfehlung (so steht es nicht in den Quellen): Bleib bei wenigen, wirklich wichtigen Seiten. Der Vorschlag sagt nur, dass die Datei klein genug bleiben soll, um auf einmal gelesen zu werden.

2. Schreib die Datei in Markdown

Öffne einen einfachen Texteditor und halte dich an die Reihenfolge von oben: Name als Hauptüberschrift, darunter die kurze Zusammenfassung als Zitatblock, dann bei Bedarf ein paar erklärende Sätze, dann Linklisten unter Zwischenüberschriften. Schreib zu jedem Link kurz dazu, was auf der Seite steht.

Unsere Empfehlung (so steht es nicht in den Quellen): Schreib in die Datei nur, was so auch auf deiner Website steht. Name, Ort und Leistungen sollen überall gleich lauten. Und schreib nichts hinein, was nicht öffentlich sein soll.

3. Lade die Datei ins Hauptverzeichnis

Speichere die Datei als llms.txt und lade sie so hoch, dass sie direkt unter deiner Domain erreichbar ist, also unter deinedomain.at/llms.txt. So beschreibt es auch die Lighthouse-Hilfe.

Manche Baukästen erledigen das für dich. Wix schreibt in seiner Hilfe zur llms.txt, dass es die Datei automatisch erstellt und pflegt und dass du sie im Dashboard bearbeiten oder ausschalten kannst. Vorher musst du laut Wix ein Upgrade für deine Website abschließen, eine eigene Domain verbinden und die Indexierung durch Suchmaschinen einschalten. Für WordPress beschreibt Yoast auf seiner Seite zur llms.txt, dass das Plugin die Datei mit einem Klick erzeugt. Laut Yoast ist das auch in der kostenlosen Version ohne Upgrade enthalten; du schaltest die Funktion in den Einstellungen ein. Das ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Werkzeug. Schau nach, ob dein System so etwas schon anbietet, bevor du eine zweite Datei anlegst.

4. Prüf, ob die Datei erreichbar ist

Ruf die Adresse im Browser auf. Du solltest deinen Text sehen. Lighthouse meldet laut seiner Hilfe einen Fehler, wenn der Server beim Abruf der Datei einen Fehler liefert.

5. Teste sie mit einem KI-Programm

Diesen Test schlägt der Vorschlag selbst vor: Gib einem KI-Programm nur deine llms.txt und stell ihm Fragen zu deinem Angebot. Wenn die Antworten danebenliegen, fehlen aus unserer Sicht in der Datei wichtige Links oder Erklärungen.

6. Halte sie aktuell

Unsere Empfehlung (so steht es nicht in den Quellen): Pass die Datei an, wenn du neue wichtige Seiten anlegst oder alte löschst.

Was llms.txt nicht ist

Die llms.txt ist kein Zugangsschutz, denn erlauben und sperren regelt die robots.txt. Für die KI-Übersichten von Google braucht es laut Google keine KI-Textdateien, nach unserer Lesart also auch keine llms.txt. Und sie ist kein Versprechen, dass ChatGPT, Claude oder Perplexity dein Business nennen. Keiner der drei Anbieter sagt auf seinen Crawler-Seiten, dass er die Datei dafür nutzt. Wer dir mit einer llms.txt mehr Sichtbarkeit in KI-Antworten verspricht, verspricht aus unserer Sicht mehr, als die Quellen hergeben. Was zu KI-Antworten offiziell belegt ist, erklärt unser GEO-Ratgeber in der SERP TOWN Library.

Dein nächster Schritt

Du willst wissen, ob es für dein Business wichtigere Baustellen gibt als eine llms.txt? Mach den SEO-Check von SERP TOWN. Er zeigt dir, welcher Business-Typ dein Unternehmen ist und wo deine größten Hebel bei Google und in KI-Antworten liegen. Wenn du magst, schickst du uns danach eine Anfrage: Wir sehen uns deine Website an und schicken dir einen kurzen Einblick mit ein paar Tipps.

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Schick uns eine kurze Anfrage. Wir sehen uns deine Website auf genau diese Punkte an und schreiben dir zurück, was für dein Business relevant ist.

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